5 – Privater Wohnraum

Allgemeine Rahmenbedingungen für Privatunterkünfte

Obwohl die Zahl der Flüchtlinge weiter zunimmt und eine menschenwürdige Unterbringung zunehmend erschwert, ist es nach unseren bisherigen Recherchen derzeit nicht ganz einfach die Situation durch Angebote privaten Wohnraums zu entlasten.

Zunächst kommt dies wohl nur für Flüchtlinge in Betracht, die registriert sind, damit Ansprüche auf Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz haben und die Erstaufnahmeeinrichtungen verlassen dürfen, was derzeit in der Regel 8 Wochen dauert.

Auch danach ist es für die zuständigen betreuenden Organisationen aber immer noch wichtig, die Asylbewerber möglichst effizient mit den Ihnen zustehenden Sach- und Geldmitteln, aber auch Informationen über Ihr Verfahren, hierfür wahrzunehmende Termine etc. versorgen zu können. Insofern sind diese sehr daran interessiert, die Flüchtlinge doch in größeren Einheiten unterzubringen. Dies erleichtert auch die Aufrechterhaltung von Kontakten unter den Flüchtlingen und die Organisation sozialer Betreuung, wie Angebote einen Kindergarten einzurichten oder weitere Angebote zur „Freizeitgestaltung“ (wenn man dies dann so nennen möchte). Auch in dieser Phase wird sich daher die Unterbringung in Einzelunterkünften auf besondere Konstellationen von Einzelfällen beschränken, in denen besondere Herausforderungen bspw. gesundheitliche Probleme oder besondere Traumatisierungen eine Unterbringung in größeren Unterkünften nicht erlaubt.

Relevant wird die Frage von Einzelunterkünften in großem Umfang insofern erst dann, wenn die Flüchtlinge eine längerfristige Aufenthaltsperspektive bspw. durch Anerkennung ihres Status als Kriegsflüchtling oder Asylant erhalten haben. Dann geht es allerdings auch nicht mehr nur um kurzfristige Unterbringung in privatem Wohnraum, sondern wirklich eine längerfristige Wohnperspektive. Dies will bedacht sein bei Überlegungen privaten Wohnraum anzubieten.

Darüber hinaus eignen sich unter diesen Voraussetzungen naheliegender Weise auch eher abgeschlossene Wohneinheiten wie Einliegerwohnungen, leerstehende Zweitwohnungen etc. als perspektivisch dauerhaftere Unterkünfte als einzelne Zimmer innerhalb von Wohnungen. Nicht zuletzt muss jeder für sich sogfältig erwägen, ob er sich die Aufnahme eines oder mehrerer fremder Menschen in seine mehr oder minder unmittelbare Privatsphäre zutraut, um späteren Enttäuschungen auf beiden Seiten vorzubeugen.

Hilfreiche Hinweise für Überlegungen Flüchtlinge privat aufzunehmen bietet die Broschüre Flüchtlinge privat aufnehmen – wie geht das?  von PRO ASYL

Zuständig für die Vermittlung von privaten Wohnungen sind die jeweiligen Bezirksämter.

Wohnungen unserer Pfarrei Seliger Johannes Prassek
Abschließend sei darauf hingewiesen, dass den Aufrufen unseres Bischofs an die Pfarreien des Bistums, jede Pfarrei möge eine Wohnung für Flüchtlinge zur Verfügung stellen, seitens unserer Pfarrei Seliger Johannes Prassek erfreulicherweise bereits mit 4 Wohnungen gefolgt wurde.